+++ DiZ-Info 111 +++ 19. Juli 2017 +++

 

Nr. 111 • 19. Juli 2017

DiZ Info 1
DiZ Info 2
DiZ Info 3
 
 
 
     
Logo DiZ 90

Grüß Gott liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie am vergangenen Montag in der Süddeutschen Zeitung die Hochschulseite gelesen? Da stand ein ausführlicher Bericht über die Hochschullandschaft in England: Zum ersten Mal hat Großbritannien ein Ranking seiner Universitäten erstellt, in dem nicht nur die Forschung honoriert wird, sondern auch die Qualität der Lehre eine Rolle spielt: Das Teaching Excellence Framework (TEF). Wie nicht anders zu erwarten, ändert sich dadurch das Bild völlig. Plötzlich sind Universitäten vorne, die sonst unter ferner liefen gelistet waren, und manche Exzellenz-Uni findet sich in den unteren Rängen wieder, was ein "wissenschaftspolitisches Erdbeben" (SZ) auslöst. Natürlich ist die Begeisterung derer, die nicht gut abschneiden, begrenzt; es bleibt auch abzuwarten, nach welchen Kriterien genau die Untersuchung durchgeführt wurde. Dazu gehören aber neben den üblichen Befragungen zur Zufriedenheit der Studierenden mit Lehrveranstaltungen und der Betreuung auch Daten wie die Abbrecherquoten und der spätere berufliche Erfolg der Absolventen.

Ich denke, wenn man eine solche Untersuchung in Deutschland durchführen würde, wäre das Ergebnis nicht anders. Vielleicht wären einige Hochschulen dann plötzlich weit vorne, und manche Universität, die mit Forschungsleistungen glänzen kann, in der Gesamtwertung weit hinten. Undenkbar scheint es mir nicht, dass ein solches Ranking kommt, hat doch der Wissenschaftsrat (WR) in seinem Positionspapier "Strategien für die Hochschullehre" im April d. J. erst angemahnt, dass Lehre und Forschung die beiden traditionellen Kernaufgaben der Hochschulen sind. Folgt man dem Positionspapier, gibt es auch hierzulande viel zu tun: Es fordert übergeordnete Konzepte, die "die gesamte Institution - die Fakultäten, Fächer, Studiengänge und alle Studierenden - einbeziehen und langfristig angelegt sind" (S. 15). Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören die Professionalisierung (!) der Lehre, ihre Bewertung, Steuerung und langfristige strukturelle Entwicklung. Der WR fordert systematische, langfristig angelegte, verbindliche Ziele, nicht als zeitlich begrenzte Projekte, sondern kontinuierliche Bemühungen. Es wäre also nicht richtig, auf die Briten mit dem Finger zu zeigen, nein, innerhalb unserer eigenen vier Wände spielt sich das ab. Nun stehen wir aber an den Hochschulen in Bayern auch nicht ganz am Anfang, viele Hochschulen nutzen die Gelder aus dem Qualitätspakt Lehre oder Initiativen unseres Ministeriums wie MINTerAKTIV. Was leider fehlt, ist eine dauerhafte Perspektive für diese als Projekte angelegten und finanzierten Initiativen. Auch hier muss einfach die Bedeutung von guter, wissenschaftlich fundierter Lehre dauerhaft gewürdigt werden; Lehre verbessern braucht verlässliche, dauerhafte Ressourcen.

Und noch ein Beitrag zur Qualität der Lehre: In diesen Tagen erscheint unsere Frühjahrs-DiNa, später als sonst, um eine umfangreiche Forschungsarbeit von den Rosenheimer KollegInnen Schäfle, Stanzel und Junker aus der Physiklehre wiedergeben zu können. Das Lesen lohnt sich durchaus auch für Nicht-Physiker, in jedem Falle für alle MINT-Lehrenden mit heterogenen Studierendengruppen. Wir sehen in dieser DiNa zwei Aspekte:

Ich wünsche Ihnen beim Lesen der DiNa einen hohen Erkenntnisgewinn. Vielleicht bekommen Sie dadurch Lust, auch an Ihrer eigenen Lehre Forschung zu betreiben. Wenn Sie dazu noch weitere Informationen brauchen, können Sie gerne bei Claudia Walter oder mir anrufen. Wir beraten Sie gerne!

Beste Grüße

Franz Waldherr

 

Vier neue Profistufen-Zertifikate

IMG 3418 web 400Letzte Woche am Donnerstag, den 13. Juli, konnten wir wieder vier neue Zertifikate Hochschullehre Bayern - Profistufe aushändigen. Mit dem Coach Ingrid Cavalieri und uns freuen sich die KollegInnen (v.l.n.r.) Jörg Abke (HS Aschaffenburg), Valérie Berner (KU Eichstätt), Birgit Rösel (OTH Regensburg) und Gerhard Partsch (TH Deggendorf).

IMG 3394 bearb30ProzentDamit hat sich der Kreis der "Profistufler" auf insgesamt 15 Personen erweitert. Zum Kreis der beteiligten Hochschulen sind damit die HS Aschaffenburg, die KU Eichstätt sowie die TH Deggendorf neu dazugekommen, die OTH Regensburg steht mit insgesamt vier Zertifikatsträgern (vgl. Bayernkarte rechts) mit Abstand an der Spitze. Die ZertifikatsträgerInnen bilden inzwischen eine richtige Community und stehen untereinander in Verbindung.

Wenn Sie Interesse haben, selbst auch diese Zertifkatsstufe zu durchlaufen, finden Sie näheres dazu hier. Die Ausschreibung für die nächste Runde läuft noch bis zum 31. August dieses Jahres, Anmeldung bitte per Mail bei Claudia Walter.

 

Kurzmeldungen

 

Die nächste DiZ-Info ...

... erscheint voraussichtlich im Oktober. Bis dahin wünscht Ihnen das DiZ-Team eine gute Erholung und eine geruhsame (bei Bedarf auch erfolgreiche) vorlesungsfreie Zeit.

 

___________________________

verantwortlich:
Prof. Dr. Franz Waldherr
- Direktor -
DiZ - Zentrum für Hochschuldidaktik Ingolstadt
http://www.diz-bayern.de
waldherr@diz-bayern.de