+++ DiZ-Info 122 +++ 05. Juli 2018 +++

 

Nr. 122 • 05.07.2018

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Grüß Gott liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen ist mir ein zweiseitiges Papier mit der Überschrift "Enhancing the education mission of European universities: A proactive response to change" in die Hände gefallen. Viele europäische Hochschulen haben daran mitgearbeitet. Punkt eins dieses 10-Punkte-Katalogs beschreibt, quasi als Präzisierung der Bologna-Deklaration von 1999, die Entwicklung der Studierenden als aktive und verantwortungsbewusste Bürger, kritische Denker und für lebenslanges Lernen gerüstete Problemlöser. Bereits der zweite Punkt sagt, wie das zu erfolgen habe: "Learning and teaching is learner-centered", d.h. Lernen findet im Austausch zwischen den Lernenden genauso wie zwischen Lernenden und Lehrenden statt. Studierende werden in jedem Aspekt ihrer Lernerfahrung als aktive "Co-Creators" einbezogen, und teilen sich die Verantwortung für ihr eigenes Lernen in Partnerschaft mit dem Lehrpersonal. Dabei sind die Lernmöglichkeiten auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten eines diversen Publikums abzustimmen. Diese Einstellung von gegenseitigem Fordern und Fördern in Eigenverantwortung zieht sich durch das gesamte Paper.

Natürlich stellen sich beim Lesen einige Fragen. Wie gestaltet sich das in der Praxis? Zwölf Hochschulen, darunter zwei deutsche, haben es zweieinhalb Monate lang ausprobiert. Außer einer Hochschule, die frühzeitig abgebrochen hat, waren sich alle Teilnehmenden einig, dass "die Prinzipien einen wirklichen Mehrwert haben. Sie scheinen ein geeignetes Instrument zur Entwicklung und Implementierung institutioneller Strategien für Lernen und Lernen zu sein, und sie sind auch dazu geeignet, einen grundsätzlichen Austausch über Lernen und Lehren zu initiieren. Sie erlauben es, sich auf bestimmte Themen und Details zu fokussieren, gleichzeitig aber auch übergreifende Strategien und den institutionellen Rahmen einzubeziehen." (vgl. hier)

Die gesamte Information erhielt ich von "Projekt nexus" der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die damit wichtige Impulse für die Lehre an den Hochschulen und Universitäten setzt. In ihrem Newsletter war Anfang Juni ein Interview mit Michael Gaebel, der als Direktor der Abteilung für Hochschulbildung bei der European University Association (EUA) u.a. für das Projekt EFFECT (European Forum For Enhanced Collaboration in Teaching) verantwortlich zeichnet. EFFECT will die europäische Debatte über die Bedingungen für gute Hochschullehre voranbringen, und hat zu diesem Zweck unter anderem den oben genannten Text als Richtschnur für das Lehren und Lernen an den Hochschulen in Europa entwickelt.

Warum schreibe ich das so ausführlich? Nun, das EFFECT-Paper hat uns in dem bestärkt, was wir am DiZ betreiben. Es gibt uns Bestätigung und Ansporn, unsere Aktivitäten nach wissenschaftlichen Prinzipien und aktuellen Forschungserkenntnissen zu gestalten, damit Sie sich die Fortbildungsmöglichkeiten aussuchen können, die Ihnen für sich und Ihre Arbeit wichtig erscheinen. Genau das ist auch Ziel unseres neuesten Programms, für das Sie sich ab sofort einbuchen können.

Beste Grüße

Ihr
Franz Waldherr

 

Das Programm für WS 18/19 ist online und für Sie buchbar!

Seit heute ist für Sie das neue Wintersemesterprogramm des DiZ buchbar. Wie im Editorial des gedruckten Programmheftes beschrieben, haben wir rund 20 neue Seminare und Workshops im Angebot, vor allem aus dem Bereich Digitalisierung und E-Learning.

Aber auch Workshops zum handschriftlichen Visualisieren und zur Stimmbildung, die im vergangenen Semester stark nachgefragt waren, sind wieder mit dabei, ebenso der Workshop „Lernen mit der Maus“.

Bei einigen wenigen Veranstaltungen mussten Termine verschoben oder ergänzt werden. Alle Angaben auf unserer Homepage sind diesbezüglich bereits aktualisiert.

Das Programmheft geht Ihnen in diesen Tagen ein letztes Mal per Post zu, das werden wir ab dem nächsten Semester einstellen. Sie erhalten dann per Post ein Faltblatt mit den Eckdaten zu den Veranstaltungen, die ausführlichen Beschreibungen finden Sie zukünftig nur noch online.

 

Auch schon im Versand: Die neue "DiNa"

Die Profistufe, also das "große" Zertifikat Hochschullehre Bayern, ist am DiZ mittlerweile fester Bestandteil des vielfältigen Angebots (siehe auch nächstes Thema). Pro Kalenderjahr können fünf Professorinnen und Professoren von diesem Programm profitieren. Wer daran teilnehmen möchte, muss sich bewerben, in einem Motivationsschreiben seine Gründe für den Wunsch zur Teilnahme darstellen und eine Lehrveranstaltung, die im Zuge der Teilnahme überarbeitet werden soll, beschreiben. Voraussetzung für die Teilnahme ist darüber hinaus ein bereits erfolgreich abgeschlossenes Zertifikat Hochschullehre Bayern (also das "kleine", sprich: 120 AE).

Die wesentliche Arbeit im Rahmen des Profistufe-Programms sind allerdings die Fragen zum eigenen Lehrverhalten, der Einstellung zur Lehre und zu den Studierenden, bis hin zur Entwicklung einer eigenen Lehrphilosophie. Bei diesem Reflexionsprozess erhalten die Teilnehmenden Unterstützung durch einen Coach.

In dieser Ausgabe der DiNa lesen Sie acht Beiträge, die die Arbeit in der Profistufe aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten: Zunächst erläutert Jochem Müller, wie das Programm aufgebaut ist. Im nächsten Artikel beschreibt Ingrid Cavalieri die Perspektive des Coachs. Claus Loos skizziert seinen Weg "vom Bedenkenträger zum Eistänzer". Jürgen Mottok lässt Sie an der Reflexion seiner eigenen Lehre und des studentischen Lernens teilhaben. Veronika Thurner und Jörg Abke beschreiben ihre im Rahmen der Profistufe weiterentwickelten Lehrprojekte, ebenso Ralf Reißing und Birgit Rösel. Hierbei legen sie den Fokus jeweils auf das, was ihnen beim eigenen Lehrprojekt zentral erschien (u.a. kompetenzorientierte Lehre, konsistente Lehrveranstaltungsplanung von den Lernzielen bis zur Prüfung) bzw. welche Auswirkungen das auf die eigene Lehre hatte.

Falls Sie vorab schon einen Blick hineinwerfen wollen: Hier geht's zur Online-Version.

 

Neue Bewerbungsrunde zur Profistufe

Für den Herbst können drei weitere Plätze für die Profistufe ausgeschrieben werden. Das Programm ist darauf ausgelegt, dass Sie innerhalb von ein bis zwei Semestern das Zertifikat der Profistufe in Händen halten können. Das von den Kandidatinnen und Kandidaten einzubringende Lehrprojekt sollte sich deshalb entweder auf das WS 2018/19 und/oder auf das SoSe 2019 beziehen. Bewerbungsschluss ist der 03. September 2018, der Start der neuen Gruppe ist voraussichtlich im Oktober 2018.

In individueller Einzelbetreuung bearbeiten und reflektieren Sie in dieser Zeit eine Lehrveranstaltung. Details und Erfahrungen bisheriger Alumni können Sie in der oben angesprochenen DiNa nachlesen. Wenn Sie dieses Zertifikat erwerben wollen, schicken Sie uns dazu bitte ein ca. zweiseitiges Motivationsschreiben. Näheres dazu hier.
Die Kosten für das Programm, insgesamt 4.760 €, übernimmt hälftig das DiZ, hälftig Ihre Hochschule. Bitte holen Sie im Vorfeld das Einverständnis Ihrer Präsidentin/Ihres Präsidenten dazu ein.

 

Literaturhinweis

Ingenieurmathematik kompetenzorient. prüfen - Ein Praxisbericht aus dem Bachelorstudium

Zeitgemäße Hochschullehre achtet darauf, was die Studierenden mit dem Wissen, dem sie in den Lehrveranstaltungen begegnet sind, tatsächlich anfangen können. Der hierfür verwendete Begriff der Kompetenz löst sich allerdings schnell in verschiedenste Facetten auf. In diesem E-Book (auch gedruckt erhältlich) werden speziell für Mathematikveranstaltungen in Ingenieurstudiengängen Möglichkeiten und Grenzen der Formulierung und Messung von kompetenzorientierten Lernzielen ausgelotet. Mehr...

 

 

Die nächste DiZ-Info ...

... erscheint voraussichtlich im Oktober 2018.

Wir wünschen Ihnen bis dahin erst mal einen guten Endspurt für das Sommersemester, und dann geruhsame Ferien mit einem hohen Erholungsgrad!

 

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verantwortlich:
Prof. Dr. Franz Waldherr
- Direktor -
DiZ - Zentrum für Hochschuldidaktik Ingolstadt
http://www.diz-bayern.de
waldherr@diz-bayern.de