Preise für herausragende Lehre an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften 2020 des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst

Der vom Staatsminister seit 1997 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergebene Lehrpreis wird ab dem Jahr 2020 neu gefasst und durch ein wettbewerbliches Lehr-Förderprogramm ergänzt:

  • Die Vergabe von drei Preisen für herausragende Lehrleistungen („Lehrpreis“) soll gute Lehre ins Gespräch bringen, bei Lehrenden Anreize setzen und (bereits gezeigtes) überdurchschnittliches Engagement würdigen. Hier wählen die Studierenden ihnen geeignet erscheinende Kandidat*innen aus. Um eine Multiplikatorwirkung des Lehrpreises über die eigene Hochschule hinaus zu schaffen, bieten die Preisträger*innen beim Forum der Lehre einen Workshop über ihre Arbeit an (einschließlich einer schriftlichen Veröffentlichung im Tagungsband).
  • Ein wettbewerbliches Förderprogramm für Innovation und Forschung in der Lehre („Lehrförderpreis“) ergänzt die Lehrpreise um den Blick in die Zukunft: Hier reichen die Bewerber*innen ein richtungweisendes Konzept für zukünftige Lehrveranstaltungen ein, mit denen sie klar zu benennende Bestandteile ihrer Lehrveranstaltung(en) verändern möchten. Sie beschreiben dabei den geplanten Weg zu dessen Erarbeitung und Implementierung sowie – nach Fertigstellung – dessen Wirkung im Vergleich zum vorherigen Zustand. Dabei ist insbesondere der Lernfortschritt/Lernzuwachs der Studierenden im Vergleich mit der bisherigen Lehrveranstaltungsform zu evaluieren und nachzuweisen. Die Hochschulleitung soll den/die Preisträger*in durch Genehmigung eines anteiligen oder ganzen Forschungssemesters unterstützen.

Beide Preise werden vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst persönlich überreicht: die Vergabe der Preise soll gute Lehre ins Gespräch bringen, den Einsatz wissenschaftlich begründeter Methoden in der Lehre fördern und überdurchschnittliches Engagement würdigen.

Alle Ausgezeichneten führen im Programm des Forum der Lehre einen Workshop über ihre Arbeit durch (einschließlich einer schriftlichen Fassung im Tagungsband). Der/die Träger*in(nen) des Lehrförderpreises stellen ihr Konzept zur Diskussion vor; bei der Folgeveranstaltung in zwei Jahren sind sie verpflichtet, über die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit zu berichten.

Für die Dotierung der Preise steht ein Gesamtbudget von 35.000 Euro zur Verfügung. Die Einzelpreise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert, für das wettbewerbliche Förderprogramm stehen 20.000 € zur Verfügung. Über die Vergabe der Preise entscheidet der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst.

Die Ausschreibung richtet sich an die 17 staatlichen und zwei kirchlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern. Vorschläge können von den Präsident*innen der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften eingereicht werden. Die Anzahl der Vorschläge für Einzelpreise ist dabei für jede Hochschule auf einen Vorschlag je angefangene 100 hauptamtliche/-berufliche Hochschullehrer*innen an der Hochschule beschränkt; für die Anzahl der Lehrförderanträge je Hochschule gibt es keine Beschränkung.

An dieser Stelle noch ein paar Erläuterungen und Ergänzungen:

Bei den oben genannten Lehrpreisen werden die Studierenden aufgefordert, Lehrende vorzuschlagen. Bei der Ausarbeitung der Vorschläge unterstützen die Studiendekane, der/die Präsident/in muss zustimmen. Für die Studierenden steht ein ausführlicher, unterstützender Fragenkatalog zu den didaktischen Fertigkeiten und einem didaktischen Lehrkonzept der KandidatInnen zur Verfügung (zu den Einreichungsunterlagen).

Für den neu geschaffenen Lehrförderpreis sind Lehrende aufgefordert, Ideen und Konzepte für zukünftige Lehrveranstaltungen zu entwickeln. Sie benennen dabei klar eine oder mehrere konkrete Lehrveranstaltungen, beschreiben das Konzept, den geplanten Weg zu dessen Erarbeitung und Implementierung sowie – nach Fertigstellung – dessen Wirkung im Vergleich zum vorherigen Zustand. Dabei ist insbesondere der Lernfortschritt/Lernzuwachs der Studierenden im Vergleich mit der bisherigen Lehrveranstaltungsform zu evaluieren und nachzuweisen. Ebenfalls beizufügen sind Zeit- und Finanzierungsplan (zu den Einreichungsunterlagen).

Für beide Kategorien ist spätester Einreichungstermin (ausschließlich elektronisch) Montag, der 20. Januar 2020 um 8:00 Uhr.


Wir weisen ausdrücklich darauf hin
, dass für die Verleihung eines Lehrpreises klassische Vorlesungen, verbunden mit gutem Service für die Studierenden (schnelle Mailbeantwortung etc.) nicht für eine Preisvergabe ausreichen.

Für den Lehrförderpreis werden innovative Lehr-/Lernkonzepte erwartet, bei denen die Studierenden viele eigene Aktivitäten zum Kompetenzerwerb entfalten können, und/oder die forschungsbasiert und bezüglich ihrer Wirksamkeit hinsichtlich Motivation, Verständnis und Lernfortschritt nachweisbar wirksam sind. Dabei ist es nicht so wichtig, ob die Lehrenden das Grundkonzept selbst entwickelt haben oder ob es an anderer Stelle entstanden ist; im Gegenteil: es ist erwünscht, dass auf z.B. im Internet verfügbare Methoden und Materialien zurückgegriffen wird. Unabdingbar ist jedoch eine erkennbar studierendenzentrierte, zu aktiven Lernhandlungen anregende Vorgehensweise.

Das DiZ bestellt im Auftrag des Ministeriums und von Hochschule Bayern die Jury, bestehend aus drei außerbayerischen Didaktikexpert*innen, zwei Studierenden der für das Forum der Lehre gastgebenden Hochschule, der DiZ-Geschäftsführung und einem Vertreter des Ministeriums. Sie wählt die Preistragenden aus und legt die Auswahlliste dem Staatsminister zur Entscheidung vor.

Die Lehr(förder)preise werden durch Staatsminister Sibler beim Forum der Lehre 2020 am 7. Mai 2020 an der OTH Regensburg überreicht.

Die nächste Ausschreibung wird voraussichtlich im Herbst 2021 veröffentlicht.